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Stiftungstreffen 2009 mit begleitender Wanderfahrt Unstrut / Saale

 

Das diesjährige Stiftungstreffen des Ruder-Club Deutschland Stiftung Rudern wurde vom 23.09. bis 27.09.2009 durchgeführt. Begleitend


wurde eine Wanderruderfahrt über 84 km auf der Unstrut/Saale, neben dem Geselligkeitsprogramm der Nichtruderer, durchgeführt. Der guten Ordnung halber sei zu erwähnen, dass die Teilnehmer Ihren Anteil zu diesem Event natürlich selber tragen. 

Der nachfolgende Bericht der Ruderer wurde von mir zusammengetragen und freundlicherweise hat Hannelore Schäfer den Bericht über das Kulturprogramm mit den Abendveranstaltungen übernommen.

Chistian Prey und Wolfgang Hottenrott übernahmen freundlicherweise die Organisation der Bootstransporte und stellten sicher, dass genügend Bootsplätze zur Verfügung standen. Sabine Jahn übernahm die Organisation des Begleitprogramms der Nichtruderer.

Nach der Anreise am Mittwoch, startete dann bereits um 7:00h ( wie jeden Tag ) das Programm. Es begann, traditionsgemäß, mit der Abfahrt der 8 Sportabzeichenanwärter parallel gefolgt von den Ruderern, die zur Schleuse Tröbsdorf unterwegs waren, um die Boote im Nieselregen aufzuriggern.

Kurz vor Mittag begann, nach der Einteilung der Bootsbesatzungen für die zwei Doppelvierer und der Barke, die Fahrt. Zunächst wurde das schleusen geprobt, da wir insgesamt 12 Schleusen auf dieser Fahrt vor uns hatten.

Gestartet wurde diese Wanderfahrt also in Tröbsdorf, und die Fahrt ging am ersten Tag auf der schmalen Unstrut über Laucha, Zeddenbach, Freyburg zum Pegel Naumburg-Grochlitz. Es hatte auch aufgehört zu regnen und der Blick war frei auf die wunderschönen Weinberge entlang der Unstrut. Bei Freyburg hatten wir Gelegenheit einen Lustkutter zu überraschen, der ansonsten die Unstrut für sich alleine hatte und nunmehr beweisen musste, dass er wirklich ein Patent hatte. Uns wurde dabei auch klar, warum auch in Sportbooten ein generelles Alkoholverbot der Steuerleute bestehen muss. Gekonnt meisterten alle Boote unbeschadet dieser interessanten Einlage, unterstützt von mehr als 50 jähriger Bootserfahrung.

Nächsten Morgen starteten wir in Naumburg und nach kurzen 7 km, nun auf der Saale, erreichten wir die erste Schleuse für diesen Tag in Öblitz, gefolgt von einem guten Mittagessen im Weißenfelser Ruderverein. Die Fahrt ging weiter über Beuditz, Brückenmühl, Herrenmühlen  zur Endstation beim Kanuklub Dürrenberg, wo wir traditionsreiche alte Bilder der ehemaligen DDR bewundern konnten. Dort wurden die Boote gelagert und per Bus ging es zurück nach Naumburg. Noch am Abend wurden dann von Christian und Wolfgang die Bootsanhänger nach Halle geschafft, um für den nächsten Tag das Ende der Fahrt zu organisieren.

Weiter ging es dann, leider mit einer unvorhergesehen Verspätung des Busses von einer halben Stunde, am nächsten Morgen wieder zurück zum Kanuklub Dürrenberg. Unmittelbar nach Ankunft wurde nunmehr bei Sonnenschein geschleust und weiterhin wurde versucht die Verspätung wieder einzuholen, da nach der Schleuse Rischmühle die Schleuse Meuschau bis 11:40h erreicht werden musste, da sonst die Mittagspause des Schleusenwärters unseren gesamten Zeitplan durcheinander geworfen hätte. Also wurde in der Barke auf den nächsten Kilometern gekämpft, die Doppelvierer nicht  passieren zu lassen. Die Kilometermarken flogen nur so an uns vorbei und gerne hätte ich ein paar Ausdrücke, die zwischen den Booten gewechselt wurden, erwähnt. Ich halte mich jedoch an die Phrase „ what happens in Las Vegas stays in Las Vegas“ oder übertragen „ was geschieht im Boot – bleibt im Boot“ . Nachdem wir also wirklich die Zeit aufgeholt hatten, wurde in der Merseburger Rudergesellschaft zur Mittagpause  angehalten. Nach dem Essen auf der Sonnenterasse wurde gut gestärkt abgelegt und nach der letzten Schleuse Planena unser Ziel, die Hallesche Rudervereinigung erreicht.Wie üblich nach Beendigung einer Wanderfahrt, wurden die Boote geputzt bis sie blitzten und die Rückfahrt mit dem Bus nach Naumburg wurde angetreten.

KULTURPROGRAMM der Nichtruderer

Mittwoch, 23.09.2009

Fahrt durch den Thüringer Wald – Meiningen – Erfurt – Weimar – Jena nach Naumburg im Burgenlandkreis  (235 km = 3 Std.)  Sonnig, 21° C.

Wo Saale und Unstrut zusammenfließen, sind Lärm und Hektik vergessen. Der Blick schweift über sattgrüne, sanfte Hügellandschaft mit Weinbergen. Ein Gefühl von Toskana stellt sich ein in einer jahrtausendealten Kulturlandschaft, in der Burgen und Kirchen von einflussreichen Herrschern erzählen und Künstler von Weltrang ihre Spuren hinterlassen haben.

Begrüßungsabend und Übernachtung im  „Center Hotel Kaiserhof“.

Donnerstag, 24.09.2009

Die Nichtruderer laufen bei Regen und 15° C auf Umwegen durch die Saaleauen zum Blüten-

grund. Hier am Zusammenfluss von Saale und Unstrut legen die Fahrgastschiffe ab. Mit der „UNSTRUTNIXE“ machen wir eine geruhsame Dampferfahrt nach Freyburg (70 min.)

 Die gemütliche Kleinstadt (4.300 E.) liegt in einem fast vollständig erhaltenen Stadtmauerring, umgeben von malerischen Weinbergen. Sie ist das Zentrum des Weinbaugebietes Saale-Unstrut. Wir haben eine sehr interessante Führung durch die historische Altstadt. Der Ort gilt als touristische Modellstadt Sachsen-Anhalts. Innerhalb der alten Stadtmauer, von der noch gut erhaltene Reste vorhanden sind, furchige Quader, ist die Stadt  im 18. und 19. Jh. dicht bebaut worden. Die Marienkirche mit ihren beiden gewaltigen Türmen gilt als Wahrzeichen Freyburgs. Beachtenswerte Gebäude befinden sich auch am Markt.

Verbunden mit der Stadt ist der „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852), der auch Vorkämpfer der deutschen Nationalbewegung war. Nach seinem Tod wurde Freyburg zum Pilgerort der deutschen Turnbewegung, sein Wohnhaus beherbergt heute das Jahn-Museum.

Im Hotel „Zum Künstlerkeller“, einem denkmalgeschützten Haus mit schönem Kreuzgewölbekeller essen wir zu Mittag. 

Die Rotkäppchen-Sektkellerei, die wir nachmittags besichtigen, bietet ihren Gästen Rundgänge durch das historische fünfgeschossige Kellergewölbe, durch den mächtigen Domkeller mit einem über hundertjährigen Fass und den im vorigen Jahrhundert entstandenen Lichthof, der Mittelpunkt vieler Veranstaltungen ist. Aus dem Inhalt des reichlich verzierten Fasses konnten ehemals 160.000 Flaschen Sekt bereitet werden.

Rückfahrt mit dem Schiff nach Naumburg.

Abends fahren wir mit der Historischen Straßenbahn, einst die erste und einzige Ringbahn Deutschlands vom Hauptbahnhof zum Restaurant „Bocks“, wo wir gemeinsam mit den Ruderern nach einer Weinprobe zu Abend essen. Das Bocks ist in Naumburg das Maß aller kulinarischen Dinge. Alles ist stimmig mit viel Holz und warmen Farben.

Freitag, 25.09.2009

Wir fahren mit der Historischen Straßenbahn bei stark bewölktem Himmel und 5 – 10° C zur Haltestelle Vogelwiese. Von dort haben wir eine Führung durch die historische Altstadt

Naumburg. Die Stadt gilt als Perle des romantischen Saaletals.

Die tausendjährige Domstadt hat sich, im Gegensatz zu vielen anderen Städten, über Jahrhunderte hinweg ihre bauliche Homogenität erhalten können. Die Bürgerhäuser am Markt mit maßgeschmückten Giebeln der Spätgotik und den Prunkverzierungen der Renaissance zeugen vom Reichtum und von der Bedeutung der ehemaligen Messestadt Naumburg. Das Rathaus mit seiner symmetrischen Marktfront und seinen zehn Rundbogengiebeln besitzt ein viel bewundertes Hauptportal. Neun Tore hat Naumburg gehabt, durch die sich die Menschen in die Stadt bewegten; eins, das Marientor, ist noch da. Auch ein Stück der Stadtmauer trotzte den Zeiten.

Eine Führung durch den Naumburger Dom, der zu den bekanntesten sakralen  Bauwerken an der „Straße der Romanik“ zählt, schließt sich an. Der spätromanisch-frühgotische Dom St. Peter und Paul ist durch die zwölf Stifterfiguren (u.a. >Uta und Ekkehard<) des unbekannten „Naumburger Meisters“ weltbekannt. Herausragend auch die Passionsgeschichte am Westlettner, der Altar vor dem Ostlettner und dort die zwei schmiedeeisernen Treppengeländer. Das eine zeigt den Weg der Tiere zum hl. Franz von Assisi, das andere den der kirchlichen und weltlichen Stände zum Paradies.

Zum Mittagessen sind wir im Restaurant „Carolus Magnus“ im Hotel Stadt Aachen, einem Gebäude aus dem Mittelalter am historischen Marktplatz.

Der Nachmittag ist zur freien Verfügung.

Das gemeinsame Abendessen mit den Ruderern findet im “Hotel Kaiserhof“ statt.  

Samstag, 26.09.2009

Heute fahren wir bei Sonne mit einem Taxi nach Schulpforta, das auf dem Weg nach Bad Kösen liegt. Das um 1137 gegründete Zisterzienserkloster ist heute Landweingut. Aus dem Kloster entstand 1543 die „Fürstenschule“, heute ein  Elite-Gymnasium mit Internat. Berühmte Philosophen wie Friedrich Nietzsche und Johann Gottlieb Fichte, aber auch Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock und Historiker Leopold von Ranke waren Schüler der Anstalt.

Schulpforta unterstreicht seine Exklusivität durch eine kilometerlange Mauer, die es umschließt. Durch sie besitzt der Ort bis heute einen Hauch klösterlicher Abgeschiedenheit. Die Anlage ist in ihrer Gesamtheit ungewöhnlich vollständig erhalten, nur die Wirtschaftsgebäude haben Schaden erlitten. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika. Sehenswert sind auch das anschließende Klausur- und Wohngebäude sowie das Torhaus. Ein nachdenkliches Plätzchen ist der baumbestandene Friedhof südöstlich der Kirche.

Weiter geht die Fahrt mit Taxi (teils Fußwanderung) nach Bad Kösen. Das ehemalige Flößerdorf konnte sich dank der Entdeckung von Salzstöcken im 17. Jh. zu einem schmucken Ort entwickeln. Seit 1865 ist es Soleheilbad.

Zu den ältesten Profanbauten Mitteldeutschlands zählt das „Romanische Haus“, heute Heimatmuseum. Im Jahre 1138 erstmals urkundlich erwähnt, war das der Wirtschaftshof der Zisterziensermönche des Klosters Pforta, zu dem Bad Kösen als Vorwerk gehörte. Heute ist es umgekehrt: Schulpforta ist ein Teil Bad Kösens. Das Heimatmuseum zeigt eine sehenswerte Ausstellung von Puppen der Käthe Kruse. Die schlesische Kunsthandwerkerin erlebte mit ihrer Puppenproduktion in Bad Kösen den Durchbruch. Die 180 originalen Puppen sind von hohem Wert.

Im „Café Schoppe“ essen wir im Freien bei 22° C eine Kleinigkeit zu Mittag, bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Naumburg machen.

Der Abschlußabend findet in der historischen Gastwirtschaft auf der Schönburg statt. Die mittelalterliche romanische Burganlage entstand vermutlich zwischen 1150 und 1220 und ist damit eine der ältesten Burgen an der Saale. Erbaut wurde sie von den Bischöfen von Naumburg.

Den Organisatoren Sabine Jahn, Wolfgang Hottenrott und Christian Prey sei ganz herzlicher Dank gesagt für die perfekte Ausrichtung.

Hannelore Schäfer, Michael Weissenberger

nachstehende Bilder von Hannelore Schäfer, Horst Vogel und Michael Weissenberger

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. März 2010 um 14:17 Uhr
 
 

News

Wanderfahrt 2011

Zum 34. Mal fand dieses Jahr Ende Juni die alljährliche Wanderfahrt des RCD statt. Bernhard Britting aus Frankfurt übernahm die Organisation und schloss an die bisherigen 5 Wanderfahrten an, die auf dem Main zwischen Bamberg und Miltenberg stattfanden. Der Versuch die jüngeren Achtermeister aus den Jahren ab 1988 zur Teilnahme zu gewinnen, scheiterte. Der Altersdurchschnitt der 23 Ruderer blieb bei 72 Jahren. Sie ruderten in 2 Barken auf 18 Ruder- und 5 Steuerplätzen. Die begleitenden 9 Damen besichtigten die umliegenden Sehenswürdigkeiten (wie Benediktinerabtei Amorbach, Eberstädter Tropfsteinhöhle, Aschaffenburg und Frankfurt) und fuhren den Ruderern in einer Motorbarke vorweg.

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